Als Studienprojekt ins Leben gerufen, setzen sich fünf ISM Alumni heute erfolgreich für eine nachhaltigere, fairere und tolerantere Zukunft ein. Dafür wurden sie zuletzt mit dem „Aktiv für Demokratie und Toleranz“ Award ausgezeichnet. Was sie in ihrer Arbeit besonders antreibt und wie sie mehr Nachhaltigkeit in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft integrieren wollen, erzählen sie im Interview.


Johanna, kannst du euch stellvertretend für den gesamten MUNA+ Vorstand kurz vorstellen? Wie kam es dazu, dass ihr MUNA+ gegründet habt?

Uns, den Vorstand von MUNA+, vereint alle ein Studium an der ISM. Verteilt auf verschiedene Standorte und Studiengänge haben sich Vanessa Seipp, Katharina Hausfelder, Tobias Ergenzinger und ich (Johanna Echterhoff) im Rahmen vom National Model United Nations (NMUN) in New York kennengelernt. NMUN ist die weltweit größte Simulationskonferenz der UNO, welche jedes Jahr mehrere Tausend Studierende aus der ganzen Welt physisch in New York City oder virtuell zusammenbringt, um sich intensiv mit nachhaltigen Lösungen für globale Probleme zu beschäftigen. Im Anschluss an die Konferenzteilnahme haben wir vier den gemeinnützigen Verein MUNA+ gegründet, weil uns die Themen weiterhin stark beschäftigt haben und wir uns gern hierfür stark machen und andere Menschen für nachhaltige Lösungen begeistern wollen. Später kam Matteo Bertani, ebenfalls ISM Alumni, als fünftes Vorstandsmitglied hinzu. Was uns umtreibt, ist der unbedingte Wille, Nachhaltigkeit mit den Themen Wirtschaft, Politik und sozialem Miteinander im Alltag zu verbinden. Daran arbeiten wir als Young Professionals auch in unseren Karrieren bzw. in anschließenden Studienprogrammen.


Wie sieht eure Arbeit bei MUNA+ genau aus?

Um unserer Vision ein Stück näher zu kommen, veranstalten wir digitale (und hoffentlich zukünftig vermehrt auch physische) Events mit Gastrednerinnen und –rednern aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft. Außerdem sind wir aktiv auf Social Media und wollen hier unser Netzwerk erweitern sowie Wissen rund um das Thema Nachhaltigkeit verbreiten. Dabei ist uns wichtig, nur wissenschaftlich belegtes Wissen zu verbreiten und politisch unabhängig aufzutreten. Zusätzlich versuchen wir, durch Projekte messbaren Fortschritt im Erreichen der SDGs zu generieren.

Die Grundlage für diese Aktivitäten ist es, ein Netzwerk zu bilden und den Dialog miteinander zu fördern, weil es unserer Ansicht nach nur gemeinsam möglich ist, globale Probleme zu lösen. Daher spielt der Beitrag eines jeden Einzelnen eine große Rolle. Mit unseren knapp 40 Mitgliedern sind wir, sowohl was Nationalität als auch beruflichen Background angeht, sehr divers aufgestellt. Wir konnten Stadtplaner*innen, BWLer*innen aber auch Schriftsteller*innen von unserer Vision begeistern. Sie alle haben eine individuelle Sicht auf Nachhaltigkeit und individuelle Ideen, die wir bei MUNA+ gern zusammenbringen. Wir arbeiten mit der festen Überzeugung, dass jede*r einen Beitrag zu einer nachhaltigen Zukunft liefern kann (und muss). Daher ist jede*r willkommen, sich bei uns zu engagieren.


Vor Kurzem wurdet ihr von der Bundeszentrale für politische Bildung und dem Bündnis für Toleranz und Demokratie für eure Arbeit ausgezeichnet. Was bedeutet das für eure Arbeit und die Organisation?

Die Auszeichnung ist für uns eine große Ehre, die uns umso stolzer macht auf alles, was wir gemeinsam mit unseren Mitgliedern und Unterstützer*innen im letzten Jahr geschafft haben. Es zeigt uns, dass unsere Arbeit einen positiven Effekt hat und die Welt in unserem Wirkungskreis ein kleines Stückchen besser macht. Gleichzeitig wird uns hierdurch auch nur noch einmal bewusst, dass wir (alle) eine Verantwortung in der aktiven Gestaltung der Welt von morgen tragen. Wir sehen die Auszeichnung daher als Bestärkung, in den kommenden Jahren noch größer zu denken, mehr Menschen zu erreichen und Nachhaltigkeit noch präsenter und alltäglicher zu machen. Denn bei all der Aufmerksamkeit, die Nachhaltigkeit gerade in Wirtschaft, Politik und der gesellschaftlichen Diskussion erhält: wir sind noch längst nicht am Ziel und es gibt noch sehr viel zu tun.


Welche Vision habt ihr für MUNA+ und das Thema Nachhaltigkeit?

Nachhaltigkeit muss Einzug halten in das alltägliche Leben. Dabei müssen aber alle Säulen des Lebens – Wissenschaft, Wirtschaft, Politik, Bildungseinrichtungen, Organisationen und Individuen – einbezogen werden. Konkret streben wir danach, zu der Erreichung der 17 Nachhaltigkeitsziele bis 2030 beizutragen, wie 2015 von den UN-Mitgliedsstaaten beschlossen. In unserer SDG-Eventserie folgen wir dem Motto „learn – discuss – act“, weil es uns wichtig ist, nicht nur über Nachhaltigkeit zu reden, sondern nachhaltige Praktiken und Entscheidungen auch aktiv in das eigene Leben zu integrieren. Hierbei geht es nicht darum, nie mehr in den Urlaub zu fliegen oder sich nur noch vegan zu ernähren. Vielmehr geht es darum, Routinen und Praktiken zu hinterfragen. Wenn dies jeder Mensch tun würde und sich ab und an für nachhaltigere Alternativen entscheiden würde, wären wir als Menschheit schon ein großes Stück näher an einer nachhaltigen Zukunft für alle. Dabei müssen natürlich finanzielle Möglichkeiten und sonstige Lebensumstände berücksichtig werden.


Vielen Dank für die Einblicke in eure Arbeit, Johanna.



Wer Lust hat, die offizielle Verleihung des Bündnis-Awards zu verfolgen, kann dies am 16.05.2022 um 18:30 Uhr per Livestream über Youtube oder Facebook tun.



Ihr wollt euch aktiv für mehr Nachhaltigkeit einsetzen und habt Lust auf Social Media?

Aktuell sucht MUNA+ ein bis zwei Interessierte, die über den Zeitraum von zunächst einem Semester die operative Content Creation und -Platzierung ehrenamtlich mitgestalten möchten. Der zeitliche Umfang der Tätigkeit kann flexibel abgesprochen werden. Bei Interesse meldet euch gerne direkt bei johanna.echterhoff@munaplus.org